
Lese-Rechtschreibschwäche (Legasthenie)
Zu Beginn der Schulzeit ist es nur eine leichte Schwierigkeit in der Wahrnehmung und Unterscheidung der Buchstaben – oft entwicklungs- und altersabhängig. Der Lesefluss gelingt nicht. Das Kind wird womöglich ausgelacht. Geschickt werden Texte "auswendig" erlesen. Selbst das Kind merkt nicht, dass es nicht lesen kann. Der Abstand zum Fähigkeitsstand der Klasse wird immer größer. Das Vertrauen in die eigene Lernfähigkeit schwindet.
Ob vererbte Legasthenie oder psychisch bedingte Lese-Rechtschreibschwäche (LRS), beide Formen bedürfen der intensiven Förderung. Je eher, desto besser für das Kind.
Auf keinen Fall ist Legasthenie oder LRS auf verminderte Intelligenz zurückzuführen. Defizitäre Wahrnehmungsleistung und Vererbung werden momentan als verursachende Gründe angesehen.
Es kann passieren, dass die Defizite längst behoben sind, aber dennoch die Schreib- und Leseunsicherheit weiter bestehen bleibt. Intensives Üben in Verbindung mit Wahrnehmungs- und Aufmerksamkeitsförderung kann hier allmählich Abhilfe schaffen.
Unser gesamtes Bildungssystem beruht auf dem Beherrschen des Lesens und Schreibens. Werden hier bestehende Defizite zu spät ausgeglichen, wirkt sich dies auf weitere Fachgebiete aus.
Lernstörungen wie Leistungsverweigerung können die Folge ewiger Misserfolgserlebnisse sein. Wird dieses Problem nicht angegangen, bilden sich u. U. massive Lernstörungen, die die Chancen auf einen angemessenen Bildungsabschluss verringern.
Bei einer bestehenden Lese- Rechtschreibschwäche ist es besonders nötig, dass die Kinder täglich kurze Übungseinheiten absolvieren. Dazu bekommen die Eltern speziell vorbereitete Arbeitsmappen mit genauer Anleitung zum täglichen Üben. Allerdings nur ca. 10 Minuten, dafür aber über einen langen Zeitraum. Intensiver Austausch mit dem Lerntherapeuten während dieser Phase ist Voraussetzung für die Durchführung. Oftmals verändert sich dadurch auch die vorher angespannte Hausaufgabensituation.
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